Schneeschuh-Hochtouren (SSHT)

Tourenbewertung, technische und konditionelle Anforderung und Packliste

Die Einstufung der jeweiligen Touren erfolgt ausschließlich auf Grundlage möglichst objektiver Wege- bzw. Geländeeigenschaften unter idealen Rahmenbedingungen, wie ausreichendem Tageslicht, gutem Wetter, trockenem Untergrund oder entsprechender Schneequalitäten. Unberücksichtigt bleiben die Witterungsverhältnisse (Nässe, Wind, Nebel, Temperatur etc.), die Geländebeschaffenheit (z.B. Vereisung, Schneeauflage, Auswaschungen etc.), die Schneebedingungen, die Lawinengefahr usw. Weiterhin werden das persönliche Können, die Kondition und die jeweilige Tagesverfassung der Teilnehmer nicht berücksichtigt.

Im Bergsport besteht ein erhöhtes Unfall- und Verletzungsrisiko (Absturz, Lawinen, Steinschlag, Spaltensturz, Kälteschäden usw.). Das alpine Restrisiko muss jeder von Euch selbst tragen. Auch müsst Ihr beachten, dass im Gebirge zum Teil nur in sehr eingeschränktem Umfang Rettungs und Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Kleinere Verletzungen können daher bereits schwerwiegende Folgen haben. Hier wird von Euch ein erhebliches Maß an Eigenverantwortung und Umsicht, eine angemessene eigene Veranstaltungsvorbereitung, aber auch ein erhöhtes Maß an Risikobereitschaft vorausgesetzt. Da bei jeder Tour immer noch Reserven vorhanden sein müssen, solltet Ihr bei keiner der Veranstaltungen an Eure physischen oder psychischen Grenzen kommen.  Bitte setzt Euch deshalb unbedingt mit den Anforderungen und Risiken der Touren auseinander.

Die unten genannten Schwierigkeits- und Konditionsbewertungen geben Euch nur einen groben Überblick über die Anforderungen der Touren. Für weitere Fragen zu den Touren, setzt Euch vor einer Anmeldung mit den Guides in Verbindung. 

Bei allen Skitouren und Schneeschuhtouren sind die Mitnahme und das Beherrschen der Notfallausrüstung (LVS-Gerät, Sonde, Schaufel) Pflicht. Von uns werden nur noch digitale 3-Antennen-Geräte akzeptiert. Über eine evtl. Nutzung von älteren 2-Antennen-Geräte entscheiden in Ausnahmefällen die Tourguides. Analoge 1-Antennen-Geräte werden generell nicht mehr akzeptiert. Bei einigen Touren ist der Besuch eines LVS-Kursen oder Trainings zwingende Voraussetzung. Dies ist dann bei den jeweiligen Touren vermerkt.

Die Mitnahme der aufgeführten Ausrüstungsgegenstände wird von uns dringend angeraten. Die  Veranstaltungsleiter können jedoch von der  Ausrüstungsliste abweichen. Die Gegenstände in fetter Schrift könnt Ihr in unserer Sektion, solange der Vorrat reicht, ausleihen. Wendet Euch da bitte frühzeitig an unseren Materialwart.

Konditionelle Anforderungen

Kondition

Beschreibung

Aufstiege bis ca. 800 Hm. Zeit im Aufstieg maximal 3 Std. Gesamtzeit bis ca. 5 Std.

Beispiele

Dreiländerspitze
Hochvernagtspitze
Winnebachspitze

Kondition

Beschreibung

Aufstiege bis ca. 1.200 Hm.
Zeit im Aufstieg maximal 4 Std.
Gesamtzeit bis ca. 7 Std.

Beispiele

Breiter Grieskogel
Similaun von der Martin Busch Hütte
Vodere Jamspitze von der Jamtalhütte

Kondition

Beschreibung

Aufstiege bis ca. 1.600 Hm.
Zeit im Aufstieg maximal 5 Std.
Gesamtzeit bis ca. 9 Std.

Beispiele

Grand Paradiso
Finsteraarhorn
Ruderhofspitze von der Fanz-Senn Hütte

Kondition

Beschreibung

Aufstiege über 1.600 Hm.
Zeit im Aufstieg über 5 Std.
Gesamtzeit über 9 Std.

Beispiele

Dufourspitze von der Monte Rosa Hütte
Watzespitze vom Pitztal
Grand Combin


Technische Anforderungen

Technik

Beschreibung

Steilheit meist unter ca. 30°. Sicherer Auf- und Abstieg in allen Schneearten. Geübter Umgang mit Lawinennotfallausrüstung, Pickel, Steigeisen und evtl. Seil am Gletscher. Grundkenntnisse in der Spaltenbergung. Meist geringe Spaltengefahr. 

Beispiele

Breiter Grieskogel
Großvenediger
Köllkuppe
Similaun

Technik

Beschreibung

Steilpassagen bis ca. 35° möglich. Gute / sichere Gehechnik in Auf- und Abstieg, auch in steilem Gelände und bei widrigen Schneeverhältnissen. Evtl. Trittsicherheit auch ohne Schneeschuhe zur Begehung von Fels- und Eispassagen erforderlich Sehr sicherer Umgang mit Lawinennotfallausrüstung. Sicherer Umgang mit Pickel, Steigeisen und Seil am Gletscher. Kenntnisse in der Spaltenbergung und einfachen Sicherungstechniken. Meist mittlere Spaltengefahr.

Beispiele

Ötztaler Wildspitze
Großglockner
Piz Palü (Ostgipfel)
Cevedale

Technik

Beschreibung

Steilpassagen bis ca. 40° möglich.Sehr gute / sehr sichere Gehtechnik in Auf- und Abstieg in steilen und harten Hängen evtl. auch mit Engstellen und felsdurchsetzten Steilpassagen. Evtl. Trittsicherheit auch ohne Schneeschuhe zur Begehung von Fels- und Eispassagen erforderlich. Sehr sicherer Umgang mit Lawinennotfallausrüstung. Sehr sicheres Beherrschen der kompletten Hochtourenausrüstung und aller Sicherungstechniken zu Spaltenbergung. Meist große Spaltengefahr.

Beispiele

Mont Blanc
Weiskugel Finsteraarhorn
Tödi
Aletschhorn