DAV Oy/Allgäu Berichte Sommer
Gran Paradiso (08/2010)  

Erlebnisbericht: Heidi Mair
Fotos: Heidi + Ritchi
Teilnehmer: Angelika, Franziska, Heidi, Ritchi, Hermann
Guide: Marie-Luise Hipp

Gran Paradiso (4.061 m), 06. - 08. August 2010




Am frühen Freitag Morgen um 5 Uhr war es soweit, wir starteten durch in Richtung Norditalien. Im Gepäck nicht nur die komplette Gletscherausrüstung sondern auch eine gehörige Portion Zweifel, ob das Wetter es wohl gut mit uns und unserem großen Vorhaben meint. Bis Österreich schüttete es nämlich in Strömen und wir bestaunten die über die Ufer getretenen Bäche und Flüsse rund um Bregenz.


Doch bald darauf konnte unsere grenzenlose Zuversicht nichts mehr erschüttern, und tatsächlich, je mehr wir uns „Bella Italia“ näherten, umso schöner und wärmer und vor allem trockener wurde es.

Nichts kann uns mehr aufhalten auf dem Weg zu unserem 4000er –dachten wir- bis ein Plattfuss an Hermanns Auto unsere Sausefahrt jäh stoppte. Gut, wenn „Frau(en)“ fähige Männer dabei haben - der Reifen war schnell gewechselt und so gelangten wir am Nachmittag zum beschaulichen Örtchen Pont im äußersten Nordwesten von Italien, erreichbar nur über das malerische Tal Val Savarenche.

Schnell waren Seil, Eisen und Pickel verstaut und die Rucksäcke geschultert. Frohen Mutes machen wir uns auf den gut 700 hm umfassenden Weg zu unserem 1. Etappenziel, dem wunderschön an einem kleinen See gelegenen Rifugio Vittorio Emanuele (2.732).

Dort hatten wir noch jede Menge Zeit bis zum Abendessen, die jeder unterschiedlich nutzte: die einen testeten genüsslich das örtliche Bier, die anderen fotografierten, als gäbe es kein Morgen mehr, und wieder andere waren noch nicht ausgelastet und erkundeten den Weg bis zum Gletscher für den nächsten Tag. Zwar gab es keine Miracoli (und es hat auch niemand dieses Wort gerufen) aber dennoch saßen pünktlich zur Abendessenszeit wie durch ein geheimes Kommando alle am Essenstisch und genossen das hervorragende, typisch italienisch, reichhaltige und mehrgängige Abendessen, bei dem der Vino Rosso natürlich nicht fehlen durfte.

Dank Marie-Luise hatten wir schöne Zimmerlager und so nutzten wir die Nacht für einen mehr oder weniger ruhigen und erholsamen Schlaf.

Es war noch stockfinster, als wir uns am nächsten Morgen aufmachten, den Gipfel zu erklimmen. Unsere Tourenführerin Marie-Luise führte uns die erste Stunde zielsicher durch unwegsames Blockgelände. Was am Abend zuvor bei Helligkeit noch wie ein Kinderspiel aussah, stellte beim Schein der Stirnlampe jedoch durchaus eine Herausforderung dar.

Nach ca. 1 Stunde erreichten wir den Gletscher und seilten uns in der Dämmerung an. Die darauffolgenden Wegstunden begleitete uns ein prächtiges Farbenschauspiel am Horizont, das den langsam erwachenden Tag begleitete. Momente des Glücks, für die es sich lohnt, kleine und große Strapazen auf sich zu nehmen.

Nach 4 Stunden war es dann endlich soweit: wir standen am Gipfelaufschwung und uns trennten nach 1.300 hm Aufstieg nur noch ca. 10 Minuten von der Gipfelmadonna, die uns schon von weiter unten aus erhaben zuzuwinken schien. Aus den 10 Minuten wurden dann über eine dreiviertel Stunde, bis die ersten am Gipfel standen und wir begriffen, was es mit dem Begriff „Modeberg“ auf sich hat. Unzählige Seilschaften tummelten sich auf dem kurzen Stück Gipfelgrat und verstopften buchstäblich den Weg. Alle erdenklichen Variationen vom lachenden Halbschuhbergsteiger über den stolzen Steigeisenträger bis hin zur beinah heulenden Seilschaft am verwurstelten 60-Meter Seil kletterten auf diesem wenige Meter langen und wenige Zentimeter breiten Wegstück wild durcheinander.

Dank sonnigem und warmem Wetter genossen wir noch lange die Gipfelaussicht auf Klassiker wie Mont Blanc und Matterhorn, bevor wir uns auf den Weg zurück zu Pasta und Coca Cola ins Rifugio machten bzw. am Nachmittag dann hinunter zum Campingplatz in Pont. Bei einem geselligen und lustigen Abend mit einem hervorragenden Schnaps namens „ScheeBinI“ (oder so ähnlich) ließen wir unseren Gipfelerfolg ausklingen, bevor wir uns am Sonntag auf den Heimweg machten, der nur durch mehr oder weniger lange Zwischenstopps unterbrochen wurde.

Gran Paradiso – wir kommen wieder!

Am Hüttensee

Am Hüttensee

Kurze Pause unterwegs

Kurze Pause unterwegs

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Blick aufs Matterhorn

Blick aufs Matterhorn

Gipfelanstieg

Gipfelanstieg

Glücklich am Gipfel

Glücklich am Gipfel

Grüße vom Gipfelbrotzeitplatz

Grüße vom Gipfelbrotzeitplatz

Impressionen unterwegs

Impressionen unterwegs

Angelika, Heidi, Franzi, Marie-Luise, Herrmann, Ritchi

Angelika, Heidi, Franzi, Marie-Luise, Herrmann, Ritchi

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