Skitourenwoche in Norwegen

11.-19. April 2015

Teilnehmer: Katrin, Gabi, Sylvia, Johannes, Ludwig
Bericht: Sylvia und Jochen
Fotos: Sylvia, Johannes, Jochen
Guide: Jochen Wilde

Skitouren in den Sunnmorsalpen, direkt am Hjorundfjord in Norwegen in der Nähe von Alesund

Der Hjorundfjord ist bekannt für seine abwechslungsreiche Landschaft, seine hohen Berge und natürlich für sich selbst. Er liegt in unmittelbarer Nähe des Weltnaturerbes Geirangerfjord. Doch geht es im Geirangerfjord mit mehreren Tausend Touristen pro Tag völlig anders zu. Im Hjorundfjord wartet die Stille und Einsamkeit auf die Besucher, die sich ohne Hektik und ohne Gedränge einfach der Schönheit der Landschaft hingeben können. In diesem schönen Fjord haben wir uns eine gemütliche Selbstversorger-Hütte gemietet und waren dort eine Woche unterwegs. Bereits am ersten Tag konnten wir den typischen, norwegischen Regen genießen und auf Wetterbesserung hoffen. So erkundeten wir mit den Mietwagen ein wenig die Umgebung, um dann mittags einen ersten Ausflug per Ski zu unternehmen. In Norwegen ist das allerdings anders als zu Hause. Wir kletterten über einen Zaun, wateten durch einen Bach um an den eigentlichen Hang zu kommen. Was gab es aber auf der anderen Seite des Baches? – Eine Straße - nun gut. So nahmen wir die erste Tour in Angriff, die wir aber wegen Nebels abgebrechen mussten. Dieses Phänomen sollte uns in den folgenden Tagen weiterhin begleiten.

Eines unserer nächsten Ziele war der 1564 m hohe Slogen, einer DER Skitourenberge in Norwegen. Wir starteten bei dichtem Schneefall, der sich aber bald besserte. Es folgten wunderbare Naturschauspiele zwischen Wolkenmeer und Sonne. Leider mussten wir auch diese Tour abbrechen – diesmal wegen zu hoher Lawinengefahr. Aber die Abfahrt bzw. der Abstieg waren dann ein Highlight – ca. 300 Hm mussten wir in einem sehr steilen Bachbett, mit den Skiern am Rucksack bewältigen – was soll's - die Tour war top und am Ende des Tages hatten wir eitel Sonnenschein. Die Fährüberfahrt auf dem Heimweg war traumhaft schön. Alle waren von den sonnenbeschienen, schneebedeckten Bergen, die direkt aus dem Fjord ragen überwältigt.

So langsam gewöhnten wir uns dran, dass es nicht so einfach ist, den Gipfel aufs Haupt zu steigen. Zumindest nicht bei Lawinenwarnstufe drei und Nebel. Und so verbrachten wir die Nachmittage (oder auch Vormittage) in der Hütte, um mal total früh, oder auch mittags um 13:00 Uhr loszulaufen.

So hatten wir genügend Zeit uns über das abendliche 3-Gänge-Menü Gedanken zu machen.

Die Stimmung war trotz allem gut. Denn immer, wenn das Wetter auch nur ein wenig mitspielte, ging es auf Tour. Bis auf einen Tag an dem nichts ging, waren wir fleißig unterwegs. Schnee war ja auch genug da – oberhalb unserer Hütte gab es innerhalb dieser Woche nochmal 2,5m – 3m neuen dazu. Die Qualität hat gepasst, so dass wir manche Hänge aufgrund der Einschränkungen eben zweimal gefahren sind.

Doch dann sollte der große Tag kommen – Freitag, der Wetterbericht meldete Sonnenschein pur. Wir spurten also um 5.30 Uhr los Richtung Gipfel – natürlich wie immer mit der von uns selbst angelegten Spur. Schließlich waren wir dort ja mehr oder weniger alleine. Zu Beginn stellte uns das ein oder andere Bachbett auf die Probe – und mit einer Zwischenabfahrt waren wir dann bei 1.600 Hm – statt der gedachten 1.100 HM. Die Tour war wunderschön. Endlich wurde der Traum wahr – eine sonnige Pulverabfahrt mit Blick auf den Fjord - das ultimative Norwegen-Erlebnis.

Jochen und Johannes, hatten noch nicht genug und sind auf der gegenüberliegenden Seite aufgestiegen und dementsprechend kaputt unten angekommen. Doch die Ausblicke haben sich gelohnt – mehr als tausend Meter über dem Fjord bei Sonnenschein – ein weiterer Traum wurde war. Und oben haben wir noch etwas ganz besonderes entdeckt – nämlich einen Norweger, der mit kurzen Hosen auf den Gipfel ging und auch so wieder runter fuhr.

Wahnsinnige Eindrücke, gutes Essen, freundliches Berg- und Meeresvolk, beeindruckendes Wetter, super Truppe. Wir haben das Beste daraus gemacht und kommen vielleicht wieder.