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Erlebnisbericht + Fotos: Mark Brand
Teilnehmer:
Anne
Seitz, Mark, Peter aus Oy und Guido, Marc, Marion, Rudi aus
Donauwörth
Guides: Anne und Guido
Militärtrails Dolomiten, 5.-7.9.09
- Biken, fast hundert Jahre nach dem Anlass für den exzessiven Wegebau -
In den Dolomiten haben sich Alpinisten nicht immer
sportlich betätigt. Scharen junger Männer trachteten sich in dieser
traumhaften Berglandschaft mit unglaublicher Beharrlichkeit jahrelang nach
dem Leben. Letztendlich, in Folge ihres traurigen Handwerks, hinterlassen uns
diese Burschen ein geniales Wegesystem, mit flowigen Singletrails, steilen
Rampen und unglaublichen Panoramatracks verschiedener
Schwierigkeitsstufen.
Drei Tage wollen wir, d.h.
der DAV Oy mit Anne, Peter und Mark, sowie die Freunde vom DAV Donauwörth
mit Marion, Guido, Marc und Rudi, uns per MTB-Tour etwas von diesem Kuchen abschneiden.
Die Route führt größtenteils über den Dolomiten Höhenweg - die Alta
Via Dolomiti durch den Naturpark Fanes-Sennes-Prags.
Los geht es, nach vorschriftsmäßigem
MTB-Bike-Check und dem
Hochfahren der GPS-Geräte, bei stahlblauem Himmel in
St. Vigil
( Alta Badia), in
Venetien (Veneto).
Langsam spulen wir auf unseren Mountainbikes die ersten leicht ansteigenden Kilometer durch einen
Kiefernwald
Richtung
Pederü. Hier öffnet sich das Tal und ein Blick lässt
den folgenden Anstieg erahnen. 500 Höhenmeter sind auf der Karte bis
hinauf zum
Rifugio Fanes eingezeichnet. Die Temperatur zwischen 13 und 20
Grad Celsius lässt einen zwar nicht trocken, aber es ist angenehm, dass
keine sommerliche Hitze an einem nagt.
Im Rifugio Fanes (Fanesgruppe)
gibt es erst einmal etwas zwischen die Rippen. Mit Blick auf das
„Parlament der Murmeltiere“, natürlichen Steinstufen in Terrassenform, schlürfen
alle ihr Süppchen. Frisch gestärkt überwinden wir das Limojoch. Immer
wieder bleiben alle unvermittelt stehen, um die sonnenbestrahlte
Berglandschaft zu bewundern.
Nach etlichen Kilometern,
einigen Schiebestrecken und vielen staunenden „Ohs“ und „Ahs“ ist
der Beschluss gefasst: im Skiort Cortina d’Ampezzo wird
im Hotel Impero Quartier
gemacht. Beim „Anradeln“ unseres Etappenziels strahlt die
Tofane
majestätisch über dem Ort in der Abendsonne. Mit 1.800 Höhenmetern in
den Knochen werden nach einem Service-Check der Mountainbikes und einem üppigen Abendessen und kurzem Stadtbummel
dann schnell die Betten aufgesucht.
Beim morgendlichen Strecken
Richtung Sonne lacht unsere Anne und alle wissen, was gemeint ist ...
Heute heißt es radeln,
radeln, radeln durch ein Feuerwerk an landschaftlichen Höhepunkten.
Von Cortina d’Ampezzo strampeln wir bergauf Richtung Pocol. Belohnt wird
diese schweißtreibende Angelegenheit mit einem anspruchsvollen, aber
fahrbaren Downhill-Traumtrail nach Alleghe. Parallel läuft gerade ein
Bikerennen und wir spielen dazu Statisten ohne Gewinnaussichten.
Dafür blitzt immer wieder die Civetta hervor und erfreut uns mit
ihrem Anblick.
Aber unser Ziel ist Arabba. Mit einem Hintergedanken: Wir müssen,
Betonung liegt auf "müssen", die letzte Gondel um spätestens 17.30 Uhr auf
den Porta Vescovo
erreichen, sonst schaffen wir das Highlight der ganzen Mountainbiketour nicht
mehr. Dort erwartet uns nämlich der
Bindelweg (Viel del Pan) mit
seiner grandiosen Aussicht auf
die Marmolada der „Königin der
Dolomiten“.
Alle Sieben schaffen wir es, schon etwas „angezählt“, mit der vorletzten Gondel „auffi“" dem Porta Vescovo unserem absoluten
Tourenhöhepunkt entgegen zu schweben. Einsam, ungewöhnlich für diesen
Spot, trailen wir unsere MTBs zum
Rifugio Viel dal Pan.
Das Glück ist unser, und nach spontaner Anfrage heißt es: "Wir können bleiben!"
2.400 Höhenmeter liegen
heute hinter uns. Bei einem fast schon unwirklichen Abendausblick auf die
Marmolada lassen wir im Gastraum der komfortablen Hütte unsere Erlebnisse
noch einmal Revue passieren. Nach kurzer Lagebesprechung erlöschen
bald die Lichter, damit die schweren Glieder endlich ihre wohl verdiente Ruhe erhalten.
Auf der folgenden und letzten Etappe geht es über den Passo Pordoi zurück
nach Arabba. Dort „plündern“ wir den Bäcker und tanken
Kohlenhydrate.
Welcher Mountainbiker kennt nicht auch den gefürchteten Hungerast. Da
muss was gegen getan werden :-)
Weiter über den Passo Campolongo, das
Rifugio Pralongia,
durch das erfrischend grüne Gadertal kämpfen wir uns auf den letzten
Sattel, das Ritjoch. Die Freude ist groß über das Bezwingen dieses
Anstiegs und damit einer Tagesleistung von 1.700 Höhenmetern. Ab jetzt
trailen und gleiten wir nur noch downhill nach St. Vigil.
Sieben sind losgefahren -
Sieben sind angekommen. Mit einem Grinsen auf den Lippen beglückwünschen
wir uns gegenseitig zu den gemeinsam „erradelten“ Highlights der
letzten drei Tage.
So schön die Landschaft
sich darstellt, sich noch immer abzeichnende Granattrichter und Laufgräben,
abgesprengte Berggipfel, sind und bleiben bestimmt noch viele Jahrzehnte
Zeugnisse für die wohl unzählig erlittenen Schicksale von vor fast 100
Jahren.
Anne und Guido haben uns mit ihrer ausgetüftelten Routenwahl regelrecht verzaubert.
Guido hatte die Route für sein
Garmin etrex Vista HCx aufbereitet, so dass
wir mit der Navigation keinen Stress hatten. Herzlichen Dank!
Harry, das Herz und die Seele der Mountainbiker aus Oy, fiel leider wegen
gesundheitlicher Probleme aus - sehr schade!
Tourzusammenfassung: 1. Tag: 55 km, 1.800 hm
2. Tag: 65 km, 2.400 hm
3. Tag: 50 km, 1.700 hm
GPS-Track
GPX-Track MTB Dolomiten-Militärtrails (rechte Maus / Ziel speichern unter)
Track-Porträt bei GPSies.com
Topografisches Kartenmaterial
Tabacco Nr. 03 (GPS), 1:25.000, Cortina D'Ampezzo E Dolomiti Ampezzane
Tabacco Nr. 07 (GPS), 1:25.000, Alta Badia - Arabba - Marmolada
Tabacco Nr. 15 (GPS), 1:25.000, Marmolada - Pelmo - Civetta - Maiazza
Literaturtipp / Tourentipps
Biketouren Dolomiten
weitere Links:
DAV-Oy-Tourenbericht als PDF
Tourenbeschreibung der BIKE
Picasa-Galerie (116 Fotos)
Tourenbericht der Sektion Donauwörth, Autor Guido Riedel
Pressebericht in der Allgäuer Zeitung vom 2.10.09
Cortina Bike Resort Dolomiti
Dolomiten-Info
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Bombenstimmung am Rifugio Fanes
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