DAV Oy/Allgäu Berichte Ausbildung
Ausbildung Skitourenkurs (02/10)  

Erlebnisbericht: Barbara Beck
Fotos: Sylvia Günther und Klaus Marek
Ausbilder: Lipp Herbert
Teilnehmer: Christian, Sylvia, Barbara, Katrin, Jochen, Klaus, Renate

Skitourenkurs ein voller Erfolg!


Seit langem führte der DAV Oy wieder einen Skitourenkurs für Neueinsteiger durch. Super, dachte ich und meldete mich sofort bei Herbert Lipp, unserem Skihochtourenführer aus Lauben an. Natürlich wollte ich wissen wo es denn hingeht und dachte dabei an einen schönen Allgäuer Berg, Sonne, blauen Himmel usw. Die Antwort von Herbert war jedoch ernüchternd. Am 29.1., 1.2. und 3.2. sind wir im Gasthaus Rössle in Oy. Drei Theorieabende mit jeweils rund drei Stunden waren angesagt. Das kann ja heiter werden, dachte ich und so wurde es auch!

Ausrüstung, Tourenplanung, Lawinenkunde, Risikomanagement, behelfsmäßige Rettung, Skibergsteigen umweltfreundlich (was ist das?) usw. stand auf dem Lehrplan. Und schnell merkte ich, wie wichtig jedes einzelne Thema ist und dass unser Ausbilder weiß, wovon er spricht!

Trotz der drei wirklich interessanten Abende - der Höhepunkt war dann doch das Skitourenwochenende im Gunzesrieder Tal.

Am Samstag Vormittag übten wir in der Nähe unseres Quartiers, der Otto-Schwegler-Hütte den Umgang mit den unterschiedlichsten LVS-Geräten ("Pieps"). In Kleingruppen übten wir die Vorgehensweise im Ernstfall. Signalsuche, Grobsuche, Feinsuche, Punktortung mit der Sonde und das Ausgraben von Herberts Rucksack. Zwischendurch hörten wir immer ein deutliches „Wumm“ der Schneedecke - nasser, schwerer Schnee und eine
Lawinenwarnstufe zwei bis 1.600 Meter. Zwar war die Gruppe super drauf und wir hatten unseren Spaß - trotzdem ein mulmiges Gefühl überkam mich bei dem Ganzen schon! Hoffentlich muss ich das Gelernte nie im Ernstfall einsetzen!

Nach einer Stärkung in der Hütte und einem Anpfiff unseres Hüttenwirts Helmut, da wir uns zu nah am lawinengefährdeten Hüttendach aufhielten, probierten wir das Ganze noch mal. Aber dieses mal ohne Anweisung von Herbert und ohne zu wissen, wo Herberts Rucksack vergraben ist - „der Ernstfall also“! Jochen übernahm das Kommando. Die drei Helfer liefen im Abstand von ca. 9 - 18 - 18 - 9 Meter den ca. 50 Meter breiten Lawinenkegel ab. Nach dem ersten Empfangssignal auf Jochens LVS-Gerät folgte die Feinsuche nach den Feldlinien, Bilden des Stockkreuzes mit der geringsten Entfernung. Die anderen Helfer hielten Lawinensonde und Lawinenschaufel bereit und nach 10 Minuten war das „Lawinenopfer“, Herberts Rucksack geborgen. Die wichtigste Erkenntnis der Übung: Koordination - wer macht was?

Christian informierte uns anschließend über evtl. Erste-Hilfe-Maßnahmen am Opfer - Überprüfen der Vitalfunktionen, Reanimieren. Problematik von Kern- und Schalenblut bei Unterkühlung. Vorbereitungen bei Helikopter Einsatz und organisierter Rettung, Wärmeschutz (Biwaksack), stabile Seitenlage, Ansprache usw. Und dann natürlich die Bergwacht informieren - „Wer hat denn eigentlich die Telefonnummer?“

Nach einer kurzen Pause ging es dann Richtung Osterberg. Für mich das erste mal Gehen mit Fellen. Das Wetter war ungemütlich , Schneetreiben, Nebel, nasser Schnee - die Stimmung heiter! Herbert unterwies uns in der richtigen Spuranlage, nicht zu steil, nicht zu flach, das Gelände ausnutzen - „des sollt au schee ausschaua“! Die Hangneigung im Blick behalten, alles, was wir in den drei Theorieabenden gehört hatten über Topographie (wo ist den hier Norden?), Hangneigung messen, mit der Snow-Card rote und grüne Bereiche ermitteln, Exposition, Windzeichen … „gibt es denn am Ende eigentlich ein Nachschlagewerk?“ An der steilsten Stelle übten wir Spitzkehren und den Ski mit einem Kick wieder in die gewollte Richtung bringen.

Am Bergrücken angekommen dicker Nebel, wir kontrollierten mit dem Skisteckenpendel die Steilheit des Hangs ( größer 30 Grad ?) und machten uns dann an die Abfahrt. Unsere Könner, allen voran Herbert, Jochen und Renate stürzten sich ins Vergnügen. Katrin und Klaus ganz wacker hinterher. Christian, Sylvia und ich - wir erreichten die Hütte dann auch noch.

In der Hütte folgte dann ein super Drei-Gänge-Menü mit Salatbuffet, Spagetti und Nachtisch. Unser immer redseliger Wirt Helmut schenkte noch selbstgebrauten Fichtennadelwein aus - für Katrin und mich Holderlikör. Dann folgte die gründliche Planung der Tour am Sonntag mit Karte, Lawinenlagebericht, Snow-Card usw.

Am nächsten Morgen starteten wir nach ausgiebigem Frühstück inmitten mehrerer Gruppen von Skitourengehern und Schneeschuhwanderern vom Parkplatz Rangiswanger Horn. Diesmal übernahm Renate den LVS-Geräte Check. Beim Aufstieg auf die Holzschlagalpe machte uns Herbert auf die Windzeichen aufmerksam - Gangeln, Dünen, Kolke, sogar Kometenschweife. Wir erreichten steilere Hänge, gingen teilweise im Sicherheitsabstand wegen Lawinenlagebericht Stufe 2 bis 3.

Nachdem Jochen die Brotzeit versagt wurde, stiegen wir weiter auf und wurden doch tatsächlich mit Sonnenstrahlen und blauen Himmelslöchern am Gipfel belohnt. Endlich die wohlverdiente Brotzeit, Foto-Shooting von Sylvia und Klaus - und Herbert? Der grub zwischenzeitlich in einer ca. zwei Meter hohen Wechte eine Höhle. Wir sollten ein Gefühl bekommen, wie es ist, wenn wir mit der Sonde nicht auf einen Rucksack, sondern auf einen Menschen stoßen. Also, Herbert legte sich in die Höhle und wir fingen zu „stochern“ an. Für uns eine gute und wichtige Erfahrung - und für Herbert ein paar blaue Flecken.

Die Abfahrt verlief recht flott, der Schnee war pulvrig. Stürze gab es trotzdem. So näherten wir uns dem Ende einer sagenhaften und interessanten Skitour, die wir in Buhl`s Alpe heiter ausklingen ließen.

Ein Hoch auf unseren Skitourenführer Herbert, der uns heil ins Tal brachte und vor allem eine ganze Menge Wissenswertes und Wichtiges zum Thema Skitouren beigebracht hat! Bergheil auf die nächste Tour - vielleicht im
Lechtal. Ein Gruß an alle Teilnehmer und künftigen Interessen - Barbara

Soweit die Ausbildung aus Sicht der Teilnehmer.

Aus Sicht des Ausbilder sahen die wesentlichen Kurs-Inhalte so aus:

LVS Kontrolle und Ausrüstungscheck
Erlernen der Suche nach einem Lawinenverschütteten mit LVS-Geräten und Lawinensonde. Aufgeteilt in Signalsuche, Grobsuche, Feinsuche und Punktortung mit der Lawinensonde. Effektives Ausgraben mit System. Überprüfen der Vitalfunktionen, Reanimieren. Problematik von Kern- und Schalenblut bei Unterkühlung. Vorbereitungen bei Helikopter Einsatz und organisierter Rettung.
Einführung zum lösen einer Mehrfachverschüttung mit Signalüberlagerung durch 3-Kreis-Methode.

Ausbildung Samstag Nachmittag im Bereich des Ostertalberg 1.383m und Mittelberg Alpe.

Elementare Geh- und Abfahrtstechnik mit Steigfellen. Richtungsänderung durch Bogentreten, Kickkehre, Doppelkickkehre. Optimale Spuranlage durch Geländeausnutzung. Hangneigung schätzen und messen mit Pendeltrick. Erkennen von Hangexpositionen, Geländeformen, Windzeichen und Alarmzeichen im Abgleich mit dem Lawinenlagebericht.

Tourenplanung mit Topographischer Karte, Lawinenlagebericht und Snow Card. Ermitteln von Hangneigungen, Expositionen, Hangformen, erkennen von Gefahrenstellen, festlegen von Checkpunkten und erstellen von Entscheidungsszenarien , beurteilen des Risikopotentials und Vorsichtsmaßnahmen.

Ausbildungstour am Sonntag:
Vom Ostertal auf den Großen Ochsenkopf 1.662m über Holzschlag Alpe, Ober Alpe und die Nordost-Flanke auf den Gipfel.

Übertragung der Tourenplanung mit den Checkpunkten und der erstellten Szenarien ins Gelände. Anwenden von Entlastungsabständen, einzeln Gehen, sichere Sammelplätze. Einzugsbereiche beachten. Spuranlage, Erkennen und Erfassen von Windzeichen und anderen Lawinenbildenden Faktoren

Karten:
Allgäuer Alpen, 1:50.000, Landesamt für Vermessung
Oberstdorf, 1:25.000, Landesamt für Vermessung

Literatur: Skitourenführer Allgäu, Panico Verlag, ISBN 3-926807-73-3

Tipps:
Einstieg ins Skitourengehen: Skitouren-Treff mit unserem Martin

Spur OK, alles OK.

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Ab in den Nebel

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Ja sind wir denn im Angelkurs?

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Hab ich getroffen?

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Guten Morgen!

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Mannschaft im Einsatz

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Was ist denn das für eine Speisekarte?

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Tourplanung kann anstrengend sein

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Unser Biwak, die Otto-Schwegler-Hütte

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Alle glücklich auf dem Großen Ochsenkopf

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Genießt die letzten Schwünge

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Na, das sieht doch für einen Einsteigerkurs super aus!

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