Skitourenwoche Piemont

04.03. bis 11.03.2018

Teilnehmer:Gaby, Adrian, Carsten und Thilo
Fotos:Gaby
Guide: Jochen Wilde

Skitouren im Piemont, nur 70 km vom Mittelmeer entfernt.

Die Highlights des Piemont sind sehr schnell aufgeführt: Antipasti, Primi, Secondi und Dolce und Vino - das Essen und den Wein eben. 80 % aller Sterneköche Italiens kommen aus dieser Region und die Slowfoodbewegung wurde hier aus der Taufe gehoben. Schon war klar, da wollen wir hin. Gab es sonst noch Gründe? Ja, da war noch was: Schnee. Und den hat es dort, nur 70 km vom Mittelmeer entfernt, oft reichlich. Nach einer doch recht langen Anfahrt, war die sehr holprige und z.T. einspurige Straße nach Preit im Valle Maira dann zum Schluss doch tatsächlich schneebedeckt. Da kam Freude auf. Wir wurden super freundlich empfangen und genossen am Abend gleich mal ein hervorragendes Viergänge Menü. So ging es dann allabendlich weiter. Aber nun zum weißen Teil der Tour. Am ersten Tag war das Wetter noch schlecht mit Nebel und Wolken, dennoch gingen wir direkt vom Haus aus auf den Giobert. Die Waldgrenze liegt hier bei knapp 2.400 m und so hatten wir bis oben hin immer einen guten Kontrast. Die Abfahrt war im schweren Schnee dann ein wenig zäh. Am Folgetag war der Solegio Bue mit einer rasanten Nordabfahrt dran – gut die ging bei 50 cm Powder auch zweimal. Über die südseitigen Hänge zurück zur Unterkunft schweigen wir uns an dieser Stelle aus. Die abendlichen Folgen der sehr langen Tour waren bei Thilo und Jochen deutlich zu spüren, die Vorspeise nahmen beide gleich zweimal.

Die zwei folgenden Tage gingen einmal auf einen namenlosen Punkt und in den Colle di Servagno. An beiden Tagen waren die nordseitigen Abfahrten ein Traum. Carsten und Jochen machten am zweiten von diesen beiden Tagen noch eine Rinne klar, während Gaby, Adrian und Thilo mit seiner gebrochenen Bindung den kürzeren Rücktritt in ebenso genialem Gelände antraten. Unvergleichlich waren die vorhandenen, weiten und teilweise noch völlig unverspurten Hänge. Da macht dann auch das Spuren im Vorfeld richtig Spaß.

Am letzten Tag auf Ski ging es dann auf den 2776 m hohen Monte Carssoso. Die Abfahrt von dort ging dann durch den alternativen Firn. Carsten und Jochen stiegen nochmal ostseitig im Pulverschnee auf und quälten sich, genauso wie zuvor bereits Thilo, Gaby und Adrian, durch den durch nasse Lockerschneelawinen zerstörten Südosthang. Dennoch war auch dieser Tag wieder erlebnisreich. Ein wenig litt er dann aber doch, denn oben war bereits eine Gruppe – Achtung – Allgäuer. Eine Teilnehmerin davon kommt sogar aus Oy. Diese Gruppe lernten wir aber schon am ersten Tag kennen, da sie im gleichen Posta Tappa übernachteten wie wir und diese eine sagte doch tatsächlich – „Du bist doch der Jochen aus der Sektion Oy“. Am Tag vor unser Abfahrt fuhren wir dann nur noch nach Dronero und in die umliegenden Täler, um italienisch zu shoppen und neuen Ideen einzusammeln. Aufgrund des starken Schneefalls fuhren wir schließlich einen Tag früher nach Hause als geplant. Schade eigentlich, denn die guten Bedingungen lagen nur einen Tag in der Zukunft.

Gekommen sind wir als Fremde, gefahren sind wir fast als Freunde. Selten wurden wir so herzlich verabschiedet. Schöne Landschaften, sehr sehr gutes Essen, sehr nette Leute, super Unterkunft. Super Piemont. Wir kommen wieder.