Kloykraxler auf Flößersuche in Lechbruck

22. März 2015

Erlebnisbericht & Fotos: Rolf

 

Nach einer schönen Winterwoche war der Sonntag der 22.3. wie ein stürmischer Nieseltag an der Nordsee. Doch so weit wollten die Oyer aus dem Vorgebirge nicht raus, sondern nur die Spur der verschwundenen Flößerei am Lech verfolgen.

Direkt vom letzten Sammelpunkt für die Trifthölzer aus den Bergen und Startpunkt der früheren Flößer am flachen Ufer des Lechs starteten 14 vermummte Gestalten am Lech-Erlebnisweg flussabwärts.

Am Abenteuerspielplatz stärkten wir uns erstmal und übten an Holzstämmen und Seilen. Im Rucksack musste ja Platz geschafft werden für die Fundstücke zum Floßbau. Mit Taschenmesser und Kleinsägen ging es dann den dürren Ästen an den Kragen - Material für verschiedenste Floßvorstellungen.

Die Möchtegernflößer mussten dann am Parcours mit Brücken, Stammwippe, Astslalom, Stangerlwald, Schlammloch- und Pfützensprung beweisen, dass weder Wetter noch Hindernisse sie vom Weg abhalten konnten.
Wir entdeckten unterwegs Massen geschlüpfter Fliegen am Kieselufer, 7 Vogelarten ums Wasser, erwischten 2 Biberinnen beim Knabbern und Rolf, wie er fast im warmen Cafe verschwunden wäre.

Als die Nasen immer röter und Bewegungen immer steifer wurden, flüchteten wir uns ins Museum mitten im Ort. Hier hatten die zwei Betreuer schon eingeheizt und wir fanden Heimat im Denkmal von 1645, das die Dorfbewohner zum Schmuckkästle hergerichtet haben.

Die Kinder durften dann bei erläuternden Geschichten ihr kleines Floß bauen und mit Gütern beladen, während die Großen (Vorsicht Kopfhöhe) eine Führung durch das Haus und die Geschichte des Ortes mit ihrer jahrhundertealten Flößertradition bekam.

Wir sahen, wie die Flößer ihre Gefährte für die gefährliche Fahrt bauten, steuerten, mit Waren beluden (Bretter, Sandsteine, Lebensmittel- heute Touristen) und bis Augsburg oder sogar Wien und Budapest! über Lech und Donau stakten. Dann mussten die armen Leute in langen Stiefeln mit ihrem Werkzeug zurücklaufen! Die Frauen warteten daheim wochenlang was wohl die Männer wieder an Geld mit Heim brachten.

Mit den Steinbrucharbeitern lebten hier viele Schwerarbeiter- bis dann 1914 die Eisenbahn kam, viele kleine aber wachsende Industriezweige ansiedelte und heute Tourismus blüht. Rolf zeigte dann noch erstaunliche Bilder von Holzmassen, Riesenflößen (300m), Erwähnung in der Bibel, Floßrutsche, Kurvenkupplungen und Gruppenfahrten und träumte selber von dem Floß von Huck und Tom am Mississippi.

Aufgewärmt und mit neuem Wissen um eine alte ehemals wichtige Transporttechnik gefüllt, wollten dann die Kinder noch unbedingt ihre Floße zu Wasser lassen. Die mussten wir dann gegen Schwäne, Gegenwind und Wellen verteidigen. Es froren also Ele+Anna+Liv, Manuela+Lilly+Lucca, Ed+Nicol+Raphael+Rahel+Noah, Ute+Flo und Bib(b)er Rolf!