DAV Oy/Allgäu
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| Gänsegeier (Gyps fulvus) |
Der Gänsegeier (Gyps fulvus) wird bis
zu 105 cm lang, Spannweite bis 2,8 m und bringt es auf ein Gewicht bis zu 6
kg. Er lebt in den Alpen (Österreich, Schweiz), franz. Zentralmassiv,
Spanien, Marokko, Algerien, Mittelmeerküste, Südasien.Bevorzugter Lebensraum des Gänsegeiers sind Gebirgssteppen und Hochplateaus. Um mit seinem schweren Körper vom Boden abheben zu können, ist er auf gute Thermik angewiesen. Gänsegeier im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen Eine seltene Beobachtung konnte Gebietsbetreuer Henning Werth vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Sonntag, 1.6.08 am späten Nachmittag im Oytal bei Oberstdorf machen: Oberhalb des Schattenberges segelte ein „sehr großer Vogel“, der mit dem Fernrohr eindeutig als Gänsegeier bestimmt werden konnte! Der Gänsegeier ist bei uns seit 150 Jahren ausgestorben, doch die Rückkehr ist an sich kein gutes Zeichen so Werth. Den großen Aasfressern geht in ihren südeuropäischen Brutgebieten nämlich immer mehr die Nahrung aus, der Hunger führt sie dann über mehr als tausend Kilometer nach Norden. Schuld daran ist eine Hygieneverordnung der EU zur Vorsorge gegen BSE, die vor allem in Spanien zur Schließung tausender traditioneller Tierkadaver-Sammelstellen führte. Seit 2006 gibt es diese regelmäßigen Einflüge spanischer Gänsegeier in Mitteleuropa. Dank Schutz- und Fütterungsprogrammen hatten sich seit 1980 die Gänsegeier vor allem in Spanien wieder deutlich vermehrt. Dort kommen heute rund 22.000 Brutpaare vor, weitere 400 in Portugal, knapp 200 in Griechenland, 300 bis 500 in der Türkei sowie etwa 200 in den Balkanstaaten. In Frankreich sind es in den Pyrenäen und den Cevennen aufgrund von erfolgreichen Auswilderungen immerhin gut 600 Brutpaare. In Österreich fliegen gelegentlich aus Kroatien kommende Gänsegeier zur Übersommerung ein. Werth ist sich sicher: „Wenn diese eindrucksvollen Segelflieger genügend Nahrung finden, hätten sie auch bei uns wieder eine Chance. Die Region könnte durch die Gänsegeier ähnlich belebt und touristisch aufgewertet werden wie schon heute die Regionen des französischen Zentralmassivs.“ Wichtige Erkennungsmerkmale des Vogels sind die markante Größe (Spannweite bis 2,65 m – Im Vergleich Steinadler nur etwa 2 m), ein im Vergleich zum Bartgeier nicht rautenförmiger, sondern kurzer Schwanz und deutlich breitere Flügel.> aktuelle Gänsegeier-Sichtungen im Allgäu Mai/Juni 2010: In den letzten Wochen wurden mehrmals mehrere Tiere im Allgäu gesichtet. Dies geschieht immer häufiger, was die Hoffnung auf eine natürliche Wiederansiedelung nährt. |
(c, #000090) Foto: Armin Hofmann(c, #800034) Text: Henning Werth
www.allgaeuer-hochalpen.de
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