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Auerhahn (Tetrao urogallus)  
Auerhahn (Tetrao urogallus), Foto 1: Armin Hofmann Der Auerhahn (Turdus merula) wird bis zu 1 m groß und 4 bis 5 kg schwer. Das Verbreitungsgebiet befindet sich in Europa und Nordasien.

Die Liebe macht taub – zumindest den Auerhahn

Das Auerhuhn gehört zu den Raufußhühnern, so benannt nach ihren befiederten Beinen und stiftförmigen Horngebilden seitlich an den Zehen. Im Oberallgäu findet man diesen größten mitteleuropäischen Hühnervogel - die Männchen wiegen meist um die vier Kilogramm - nur noch in alpinen Bergwäldern und einem isolierten Vorkommen mit mehreren Brutpaaren im Eschacher und Kürnacher Wald. Im Kempter Wald ist es vor gut 30 Jahren ausgestorben. Eine Wiederbesiedelung durch die Alpenpopulation ist leider wenig wahrscheinlich, da insbesondere die Hähne sehr standorttreu sind und sich nur selten mehr als zwei Kilometer von ihren Baum- und Bodenbalzplätzen entfernen.

Auerhühner sind an sehr spezielle Lebensräume angepasst. Sie brauchen störungsarme, lichte Nadelwälder, deren Kronendach nur zu etwa 50 Prozent geschlossen ist. Zudem reichliche Bodenvegetation. Ideal ist die Heidelbeere. Sie bietet mit ihren Beeren, Knospen, Blüten und Blättern eine bedeutende Nahrungsgrundlage. Bis zum ersten Schnee stehen daneben Eichel, Buchecker, Vogelbeere und Kleintiere auf dem Speiseplan. Für die Küken sind in den ersten Wochen Insekten, insbesondere Waldameisen und deren Puppen überlebenswichtig.
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Auerhahn (Tetrao urogallus), Foto 2: Armin Hofmann Im Winter wird aus dem Bodenvogel ein Baumbewohner, der sich von Nadeln und Knospen der Kiefern, Tannen und Fichten ernährt. Während der Balz, die nicht nur im Frühjahr, sondern auch im Herbst erfolgt, legen die balztollen Hähne des öfteren ihre Scheu vor dem Menschen ab und attackieren ihn. Mit eindrucksvollen Posen und weit hörbaren Balzlauten wirbt der Auerhahn um die Gunst der Weibchen. In einem bestimmten Abschnitt seines Balzrepertoires hört er keine Geräusche, was früher bei der Jagd weidlich ausgenutzt wurde. Gar nicht so selten wird er auch von einer Birkhuhndame erhört. Das Ergebnis einer solchen Kreuzung sind Rackelhühner.

Nach der Paarung legt das Auerhuhn ihre meist sieben bis acht Eier in eine versteckte Nestmulde und brütet 26 Tage. Der Nachwuchs muss die ersten drei Wochen noch viel vom Altvogel gewärmt werden, was die kleinen Nestflüchter vom Nahrungserwerb abhält und bei Kälte- und Regenperioden zu hohen Verlusten führen kann.

Früher war das Auerwild den hohen Herrschaften als Jagdbeute vorbehalten. Heute ist es ganzjährig geschont. Neue Gefahr erwächst ihm durch das vermehrte Auftreten der Wildschweine. Für sein Überleben wäre es hilfreich, bei der Waldbewirtschaftung lichtere Bestände zu schaffen, Forstarbeiten an den Balzplätzen und in den Brutgebieten einzustellen und Wildschutzzäune abzubauen, die bei einem Start oft zur tödlichen Falle werden.

DAV-Tierporträt:
Raufußhühner haben als gemeinsames und namengebendes Merkmal befiederte Füße. In den Alpen finden wir vier Arten: Hasel-, Auer-, Birk- und Alpenschneehuhn. 
Die Raufußhühner sind an die klimatisch harten Lebensbedingungen der Alpen bestens angepasst, reagieren jedoch auf Störungen überaus sensibel.
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Auerhahn (Tetrao urogallus), Foto 3: Armin Hofmann Birk- und Schneehuhn halten sich nur dort auf, wo sie auf engem Raum Nahrung, Deckung vor Feinden und Schutz vor Kälte finden. Sie verlassen ihre sorgfältig ausgesuchten Wintereinstände nur äußerst ungern, da sonst zumindest einer der drei genannten Faktoren in eine negative Bilanz käme. Geringe Fluchtdistanzen sind häufig keine Gewöhnung, sondern eine hohe „Feindtoleranz", um den optimalen Winterstandort nicht verlassen zu müssen.
Raufußhühner können keine Fettreserven anlegen, da sie sonst fluguntauglich würden. Sie müssen regelmäßig, ca. alle 2-3 Tage, fressen. Bei der Flucht verbrauchen sie sehr viel Energie, die im Winter nur begrenzt zu ersetzen ist. Deshalb führen häufige Störungen zur Schwächung der Tiere bis hin zum Tod durch Verhungern.

Zeitfenster: Birk- und Schneehühner haben ihr Aktivitätsmuster an das ihres größten Feindes, des Steinadlers angepasst: Dieser benötigt als Sichtjäger Tageslicht und fliegt hauptsächlich bei Thermik (Energiesparen!), also im Hochwinter von ca. 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr. In diesen Zeiten suchen die Tiere sichere Verstecke auf. Entsprechend fressen sie nur in den frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden. Um die Aktivitätszeiten der Tiere nicht zu beeinträchtigen, sollten im Hochwinter der Birkwild- und Schneehuhnlebensräume vor 10:00 Uhr und nach 16:00 gemieden werden. Ausreichender Abstand zu Einständen und Futterplätzen vermeidet Störungen.

Rücken und Grate, die von Ost nach West verlaufen, eignen sich für Schnee- und Birkhuhn besonders gut zum Überwintern. Auf den Nordseiten mit lockerem Pulverschnee suchen die Tiere Schutz vor der Kälte in selbstgegrabenen Schneehöhlen. Darin fällt selbst bei extremer Kälte die Temperatur kaum unter den Gefrierpunkt. Zum Fressen begeben sie sich auf den meist freigewehten Kammverlauf bzw. auf die Südseite, wo Zwergsträucher durch die dünne Schneedecke ragen bzw. ausgeapert sind.

Sein Lebensraum sind naturnahe, strukturreiche Wälder mit Bäumen unter-schiedlicher Altersklassen in den Mittelgebirgen und Alpen. In den Bestandslücken wachsen Heidelbeeren und andere Zwergsträucher (Nahrung). Allein stehende Tannen dienen den Hähnen als Balzbaum. Zum Schutz dieser Tiere deshalb im Waldbereich Forststraßen bzw. Almflächen für Aufstieg und Abfahrt nutzen. Auerwild ernährt sich vorwiegend pflanzlich, die Jungtiere in den ersten Tagen jedoch auch von Kleintieren (Ameisen und Ameisenlarven). Im Winter besteht die Nahrung fast ausschließlich aus Fichten-, Tannen- und Kiefernnadeln.
(c, #000311 - #000313) Foto 1 - 3: Armin Hofmann (Repros)
(c, #800014) Text: Reinhold Faulhaber, BUND Kempten
(c, #800029) Text Tierporträt: Fernlehrgangskarte Deutscher Alpenverein
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